Die Seite lädt
Bitte haben Sie etwas Geduld.

menu

19.12.2017 15:49 Kategorie: Presse & Fachpresse

Neue Herausforderungen für selektive Lötprozesse

Steigende Leistungsanforderungen in der Flexfolien-Verarbeitung

Hersteller von Flexfolien entwickeln aufgrund der steigenden Anforderungen an die Verbindungstechnik immer neue Leistungsprofile ihrer Produkte. Dabei spielen besonders die Kriterien wie thermische Widerstandsfähigkeit, Flexibilität, Materialaufbau, Dicke und die Kostensenkung eine wichtige Rolle. Diese Leistungsprofile führen auch auf Seiten der Löttechnik zu stetigen Prozessoptimierungen. Aufgrund dessen arbeiten Lötspezialisten wie die EUTECT GmbH permanent an Weiterentwicklungen.

Eine signifikante Verbesserung der Flexfolien-Verarbeitung ist dank neuer Materialien und verbesserter Lötprozesse in den letzten Jahren eingetreten. Besonders der verbesserte Einsatz der Selektiv-Lötautomation in Verbindung mit der Flexfolien-Fixiertechnik führte zu dieser Entwicklung. „In den letzten Jahren haben wir einen Großteil unserer Entwicklungsarbeit in die Optimierung des selektiven Lötprozesses investiert. Dabei war das Löten auf Flexfolien ein treibender Grund“, erklärt Matthias Fehrenbach, Geschäftsführer der EUTECT GmbH.

Die schnelle Wärmeübertragung zwischen Pin zu Flexfolie beträgt ca. 0,8 bis 1,2 Sek. Angrenzende Kunststoffgeometrien bleiben dadurch formstabil und werden thermisch nur geringfügig oder gar nicht belastet. Die geforderten Bauteilgeometrien bleiben somit uneingeschränkt erhalten. Dabei legt EUTECT Wert auf einen minimalen Flussmittelauftrag um die Problematik der Flussmittelreste hinsichtlich Migrations- und Korrosionserscheinungen auf benachbarte Bauteile zu minimieren. Umweltfreundliche, wasserlösliche Flussmittel mit einem geringen Feststoffgehalt können dabei zum Einsatz kommen.

„Für die Flexfolien-Verarbeitung werden die bekannten bleifreien Elektroniklote und Flussmittel verwendet. Das Reinigen von Oxiden, Fetten und verarbeitungsbedingten Verunreinigungen im Bereich von Mikroschmutzpartikeln an der Flexfolie und an die zu lötenden Anschluss-Pingeometrien erfolgt durch eine ca. 300 °C heiße, selektive Lötwelle. Das stetig fließende, oxidfreie Lot wird kontinuierlich an die Prozessstelle gefördert. Somit wird diese kontinuierlich umspült, gereinigt und qualitativ hochwertig verlötet“, führt Fehrenbach weiter aus.

Dabei ist die Fixierung und Positionierung der Folie entscheidend, denn Qualitätsmängel werden oftmals durch eine fehler- oder mangelhafte Fixierung hervorgerufen. „Die hohen Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit und insbesondere an die Prozessqualität in der Consumer- und Automotivelektronik sind extrem hoch. Die Lötstellen müssen sichtbar sauber sein, frei von störenden Rückständen und mit einem brücken- und einwandfreien Lötmeniskus und Durchstieg gelötet werden. Um dies zu erreichen ist eine hochwertige Aufnahmetechnik gepaart mit einer qualitativ hochwertigen Lötautomation unabdingbar“, beschreibt Fehrenbach die Wichtigkeit der Folien-Fixierung. Aus diesem Grund entwickelt und fertigt EUTECT seit Jahren eigene Lötmasken aus Titan. Diese werden auf die jeweilige Folie abgestimmt und können darüber hinaus mit weiteren Funktionen versehen werden.

Neben der Maskentechnologie spielt auch die selektive Lötautomation eine wichtige Rolle. Hierbei kommt das IW1 Miniwellenlötmodul mit seinem Induktions-Lotpumpsystem zum Einsatz. Das Induktions-Lotpumpsystem hat keine rotierenden Teile im Lot und ist somit besonders verschleißarm aufgebaut. Lotpumpe, Lottank und Lötdüse stehen mit der hoch zinnhaltigen Lotschmelze in dauerndem Legierungskontakt. Aus diesem Grund werden diese Bauteile aus hochlegiertem Stahl, Titan und keramischen Beschichtungen hergestellt.

Für 2017 und 2018 sind weitere Entwicklungsschritte des IW1 Miniwellenlötmoduls vorgesehen. Besonders mit Hinblick auf die Hochtemperaturfähigkeit von ≥ 450°C sowie Standzeit und Ersatzteileffizienz wird das Modul weiterentwickelt. Außerdem soll der Service und die Wartung des Moduls in Zukunft noch weiter vereinfacht werden. Dabei stehen drei Kernpunkte im Fokus: Effizienzsteigerung, Reduzierung von Servie und Wartung und reproduzierbare Prozesse auf engstem Raum.

„Auf Grund unseres Modulbaukastens können wir unsere Masken- und Selektivlötmodule mit weiteren Modulen zu individuellen und prozessoptimierten Maschinenkonzepten zusammenstellen. Besonders für eine effiziente Serienfertigung sind einfache und effektive Kinematikkonzepte wichtig, die wir ebenfalls in unsere Maschinen integrieren können. Wir können somit den Flexfolien-Verarbeitungsprozess weiter optimieren“, stellt Fehrenbach abschließend fest.

zum EPP-Artikel